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Die
Handlung
Erde, 20. Jahrhundert: Techniker Webb
von der 48. Airbase Group entdeckt auf dem Radarschirm ein
unbekanntes Flugobjekt, das plötzlich über den Omaha-Werken
aufgetaucht ist. Man schickt ein Flugzeug los, um sich das UFO
anzusehen. Das UFO entpuppt sich als die Enterprise. Sie war auf dem
Weg zur Raumbasis 9, als sie in das Gravitationsfeld eines
erloschenen Sterns geriet. Die einzige Möglichkeit freizukommen war,
mit allen Antriebsreserven durchzustarten. Die Enterprise konnte so
dem Stern entkommen, wurde dabei aber in die Vergangenheit
geschleudert, direkt in die Erdatmosphäre. Es laufen nur die
Notsysteme, und die Enterprise gewinnt nur langsam wieder an Höhe.
Lt. Uhura empfängt eine Funkmeldung, die vom ersten bemannten
Mondflug im Jahre 1968 berichtet - die Zeit, in der sich die
Enterprise jetzt befindet. Dann bekommen sie einen anderen
Funkkontakt: Der Jet, der sie verfolgt. Sie lauschen dem Gespräch
von Captain Christopher mit seiner Bodenstation. Er beschreibt die
Form des UFOs und daß es sehr schnell steigt. Christopher soll das
UFO zur Landung zwingen, was Kirk alarmiert, denn mit seinen
Bordwaffen könnte Christopher der Enterprise in ihrem momentanen
Zustand durchaus gefährlich werden. Kirk läßt den Traktorstrahl
aktivieren, um sich das Flugzeug vom Leib zu halten, doch es ist zu
zerbrechlich für den Strahl und bricht auseinander. Kirk kann den
Piloten nur retten, indem er ihn an Bord beamt.
Er begrüßt den verwirrten Christopher im Transporterraum und
bringt ihn zur Brücke, wobei er ihm von der Zeitreise und der
Raumflotte erzählt. Auf der Brücke hat Christopher seine erste
Begegnung mit einem Außerirdischen.
Die Enterprise hat mittlerweile eine sichere Erdumlaufbahn
erreicht. Spock ist der Ansicht, daß sie Christopher nicht mehr zur
Erde zurückschicken dürfen, da er bereits zuviel über die Zukunft
weiß und dadurch den Zeitablauf verändern könnte. Er hat
herausgefunden, daß es keine Auswirkungen auf die Zukunft haben
wird, wenn er nicht zurückkehrt. Als Christopher davon erfährt, ist
er natürlich gar nicht glücklich. Er dringt in den Transporterraum
und versucht zu fliehen, doch Kirk kann ihn daran hindern und
schlägt ihn k.o. Als er in der Krankenstation wieder zu sich kommt,
erfährt er, daß Spock ein Fehler unterlaufen ist. Er hatte nämlich
bei seiner Untersuchung Christophers Nachkommen nicht untersucht und
nun festgestellt, daß sein Sohn Colonel Shaun Geoffrey Christopher
die erste erfolgreiche Erde-Saturn-Expedition leiten wird.
Allerdings muß Christopher diesen Sohn erst noch zeugen, und daher
muß er wieder zurück auf die Erde.
Während Spock überlegt, was mit Christopher geschehen soll und
wie die Enterprise in ihre Zeit zurückkehren kann, beamen Kirk und
Sulu in Christophers Stützpunkt. Sie wollen die Tonbänder mit seinen
Funkgesprächen und die Filmrollen, auf denen die Enterprise zu sehen
ist, stehlen. Gerade als sie im Archiv die entsprechenden Rollen
gefunden haben, werden sie von einem Sergeanten ertappt. Er nimmt
Kirk die Ausrüstung ab und löst versehentlich am Communicator das
Notsignal aus. Daraufhin wird er sofort an Bord gebeamt. Vor Schreck
ist er zu keiner Bewegung fähig. Kirk befiehlt, ihn im
Transporterraum zu lassen, damit er möglichst wenig mitbekommt. Sulu
und Kirk werden von drei weiteren Polizisten überrascht. Dank Kirks
Ablenkungsmanöver kann Sulu auf die Enterprise zurückkehren, während
Kirk festgenommen und verhört wird. Seine Antworten sind weitgehend
wahrheitsgemäß und für die Wachleute recht unsinnig. Spock, Sulu
und Christopher beamen auf die Erde und befreien Kirk. Dabei
entwendet Christopher eine Pistole und will so erzwingen, daß er auf
der Erde bleiben kann, doch Spock setzt ihn mit seinem Nackengriff
außer Gefecht.
Wieder an Bord der Enterprise erklärt Spock seine Lösung des
Problems: Die Enterprise muß auf die Sonne zufliegen, wobei sich
durch das Schwerefeld des Sterns die Zeit umkehrt, und während sie
sich dann wieder von der Sonne entfernt, fliegt sie in die Zukunft.
Die Plan wird durchgeführt. Scotty hat inzwischen die Warptriebwerke
repariert, und die Enterprise fliegt los. Alles funktioniert so, wie
Spock es berechnet hat: So kommen auf der Erde wenige Minuten vor
ihrer ersten Ankunft an. Captain Christopher wird zurück in seinen
Jet gebeamt, kurz bevor er die Enterprise entdeckt hatte, und das
UFO, das er einen Moment vorher noch zu sehen geglaubt hatte, ist
plötzlich verschwunden. Auch der Sergeant wird in sein früheres Ich
zurückgebeamt, und als er den Archivraum kontrolliert, ist er leer.
Da es für beide niemals geschehen ist, können sie sich auch an
nichts erinnern. Die Enterprise fliegt weiter, bis sie in ihre Zeit
gelangt, wo sie einen Funkspruch vom Hauptquartier empfängt.
Besprechung
"Tomorrow is Yesterday" ist eine der verrücktesten (nicht negativ
gemeint) und populärsten Folgen. Der Grund für die Popularität liegt
wohl darin, daß die Fiktion des Star Trek-Universums mit der
Realität der 60er Jahre vermischt wird. Die Enterprise besucht so
viele fremde Welten und begegnet fremden Zivilisationen, daß es
außergewöhnlich ist, wenn die Enterprise die Erde besucht und dabei
mit unserer Zivilisation konfrontiert wird.
Captain Christopher erlebt die Zukunft der Menschheit, und er
kann es kaum glauben, daß es zwölf Schiffe von der Größe der
Enterprise gibt, daß er die Erde umkreist und daß ein Drittel der
Besatzung weiblich ist. Als er das erste Mal Spock sieht, ist er
schockiert, aber bei weitem nicht so sehr wie der Sergeant, als der
an Bord der Enterprise materialisiert. Vor Schreck kann er sich
zuerst nicht einmal mehr bewegen. In dieser Szene ist die
Kameraführung sehr gut. Sie folgt dem Blick des Sergeanten und zeigt
erst Spocks Füße, dann geht sie hoch bis zu Spocks Kopf mit den
spitzen Ohren und der hochgezogenen rechten Augenbraue. Dabei kommt
Spock näher und betrachtet den Besucher aufmerksam wie eine
interessante fremde Spezies. Die nächste Überraschung erlebt er, als
Lt. Kyle ihm in Sekundenschnelle Hühnersuppe serviert.
Das Überraschungsmoment "Spock" wird auch im Stützpunkt
ausgenutzt, als er an die Tür des Raums klopft, in dem Kirk verhört
wird. Die Schrecksekunde der Bewacher nutzen sie Männer von der
Enterprise, um sie zu überwältigen.
Zeitreisen sind in Star Trek sehr populär, da sich dabei immer
interessante Konflikte ergeben. Am interessantesten ist es für den
Zuschauer natürlich, wenn seine reale Welt mit der der Enterprise
kombiniert wird. Deshalb führen in Star Trek alle Zeitreisen in die
Erde, genauer gesagt, ins 20. Jahrhundert. Ähnliche Zeitreisen gibt
es in "The City on the Edge of Forever", "Assignment: Earth" und in
ST IV. Eine ähnliche Thematik beinhaltet auch die DS9-Episode
"Little Green Men", in der drei Ferengi für außerirdische Invasoren
gehalten werden.
Zu Beginn sieht man nicht die Enterprise, sondern das Vorfeld des
Stützpunkts mit den Abfangjägern, so daß man vielleicht gar nicht
auf den Gedanken kommen könnte, eine Star Trek-Episode zu sehen.
Die Lösung des Zeitproblems ist interessant, aber unlogisch. Wie
ist es möglich, daß eine Person in sich selbst gebeamt wird? Dann
müßte eigentlich die doppelte Anzahl Atome in ihrem Körper sein, was
sie kaum überleben dürfte. Die andere Möglichkeit wäre, daß einer
der beiden Körper im Moment des Beamens verschwindet bzw. von diesem
Moment an davor nie dagewesen ist, genauso wie die Enterprise.
Kompliziert, nicht wahr? Aber Zeitreisen und deren Probleme sind nun
einmal nicht einfach. In den "Best of Trek"-Büchern gibt es
ausführliche Theorien, die auch erklären, weshalb sich die Männer an
nichts erinnern können.
Die Idee, aus der Enterprise ein UFO zu machen, ist sehr lustig.
Sie bringt einen humoristischen Aspekt in die Folge, der alles
andere als erzwungen wirkt. Eine Nebenstory behandelt Kirks Probleme
mit dem Schiffscomputer, der auf Cygnet XII überholt worden ist.
Allerdings ist dieser Planet von Frauen dominiert, die dem Computer
eine weibliche Persönlichkeit einprogrammiert haben und der sich
daraufhin in Captain Kirk verliebt hat. Er redet Kirk nur noch mit
"Liebster" an. M. S. Murdock baute das Problem in ihrem Roman "Web
of the Romulans" weiter aus. Hier führt die Liebe des Computers
dazu, daß das Schiff lahmgelegt wird.
Spock und McCoy haben wieder einmal ihre Kabbeleien, und McCoy
erlebt den historischen Moment, daß Spock ein Fehler unterlaufen
ist. Captain Christopher kann es fast nicht glauben, daß er einmal
einen berühmten Sohn haben wird.
Für das Modell der Erde wurde das des Planeten aus "Miri"
genommen. Die Bilder, die die Enterprise in der Erdatmosphäre
zeigen, zeigen einige Male sehr schlechte Tricks (wenn man die
Enterprise von der Seite sieht, erkennt man sofort, daß man einen
billigen Trick vor sich hat), andere Bilder, die die Enterprise aus
der Sicht von Christopher zeigen, sind sehr gut gelungen. Die Bilder
der Enterprise wurden geschickt mit denen des Flugzeugs kombiniert.
Kirk stellt Spock als "Lieutenant Commander" vor, obwohl Spock -
an seinen Ärmelstreifen erkennbar - Commander ist. Spock zeigt in
dieser Folge deutlich, daß er auch Humor hat. So sagt er am Anfang:
"Wenn Mr. Scott noch unter uns weilt, sollten die Hilfssysteme jeden
Moment angehen." Als dem wenig später so ist, ist sein Kommentar:
"Mr. Scott weilt noch unter uns." Als Christopher auf die Brücke
kommt, sagt er, noch bevor er Spock sieht: "Und ich habe nie an
kleine grüne Männchen geglaubt.", worauf Spock sich mit den Worten
vorstellt: "Ich auch nicht."
Im Stützpunkt auf der Erde sind die typischen Großrechner der
damaligen Zeit mit ihren Magnetbändern und Lochkartenstreifen. Kirk
und Sulu bezeichnen sie als äußerst primitiv, und Sulu hat sie
einmal in einem Museum arbeiten sehen, wo sie einen Höllenlärm
machten.
"Tomorrow is Yesterday" wurde in der Blish-Adaption stark
gekürzt, sie behandelt nur das Problem mit Captain Christopher.
Alles, was auf der Erde spielt, wurde weggelassen.
"Tomorrow is Yesterday" ist die erste Folge, die jemals in
Deutschland gesendet wurde und wurde bei erneuten Wiederholungen der
Classic-Serie auch weiterhin häufig als erste Episode ausgestrahlt.
Die Wahl ist gut getroffen, denn sie ist eine außergewöhnliche
Folge, die den Zuschauer an den Bildschirm und dazu motiviert, sich
auch die nächste Folge anzusehen. In der deutschen Fassung wurde
unter anderem Kirks erste Konfrontation mit der weiblichen
Persönlichkeit des Computers herausgeschnitten, außerdem ein Teil
des Verhörs von Kirk auf der Erde, sowie die Szenen, in denen Sulu,
Spock und Christopher in den Stützpunkt beamen und der Sergeant
seine Hühnersuppe bekommt. Außerdem fehlt ein kleines Stück, bevor
Kirk und Sulu im Gang materialisieren.
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