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Star Trek VIII

( Der Erste Kontakt )



 Star Trek VIII :
Der Erste Kontakt
Erstaufführung 1996


Daten:

Original-Titel: Star Trek: First Contact
Länge: 106 min
Oscar-Nominierungen: Makeup

Regie: Jonathan Frakes
Drehbuch: Brannon Braga und Ronald D. Moore
Story: Rick Berman, Brannon Braga und Ronald D. Moore
Kamera: Matthew F. Leonetti
Musik: Jerry Goldsmith
Visuelle Spezialeffekte: ILM - Industrial Light and Magic
Make-Up: Michael Westmore
Ausführender Produzent: Marty Hornstein
Produzent: Rick Berman
Produktion: Paramount Pictures

Darsteller: Patrick Stewart (Captain Jean-Luc Picard), Jonathan Frakes (Commander William T. Riker), Brent Spiner (Lt. Commander Data), LeVar Burton (Lt. Commander Geordi LaForge), Michael Dorn (Lt. Commander Worf), Gates McFadden (Commander Beverly Crusher), Marina Sirtis (Commander Deanna Troi)

Gastdarsteller: Alice Krige (Borg-Queen), Alfre Woodard (Lily Sloan), James Cromwell (Zefram Cochrane), Neil McDonough (Lieutenant Hawk), Robert Picardo (Holo-Doktor), Patti Yasutake (Alyssa Ogawa), Dwight Schultz (Lieutenant Reginald Barclay)


Rezensionen:

Star Trek-Filme mit geraden Nummern tendieren dazu, besser zu sein, und dieser (Nummer 8 in der populären Filmserie) ist keine Ausnahme. Star Trek 8 - Der erste Kontakt verfügt über eine intelligente Handlung, in der die Borg-Maschinenwesen versuchen, in die Vergangenheit der Erde einzufallen, diese zu ändern und die gesamte Menschheit zu "assimilieren". Zeitreise, eine brandneue Enterprise und die gelungene Regie von Jonathan Frakes, der schon bei Folgen von Star Trek - The Next Generation Regie führte, machen diesen Film zu einem der Besten innerhalb der Serie. Captain Picard (Patrick Stewart) und seine fähige Mannschaft reisen in der Zeit zurück zur Erde des Jahres 2063. Dort hoffen sie, sicher stellen zu können, dass der Erfinder des Warp-Antriebs (gespielt von James Cromwell) seinen Pionierflug erfolgreich ausführen kann und dadurch den "ersten Kontakt" mit einem außerirdischen Volk herbeiführt. Die verführerische Königin der Borg (Alice Krige) hält Lieutenant Data (Brent Spiner) gefangen, da sie den Versuch der Föderation, die Vergangenheit zu erhalten, sabotieren will. Der gefesselte Android sieht sich durch quälende Fleischeslust, ausgelöst durch die Königin der Borg, in Versuchung geführt!
Brillant ausgedacht, passt Star Trek 8 - Der erste Kontakt genau in die wachsende Star Trek-Chronologie und führt zu einer überraschenden Enthüllung, die ein wichtiges historisches Kapitel in der weitergehenden Mission markiert: "to boldly go where no one has gone before."

Kritik:

Nun schreibe ich ja schon seit vielen Jahren allerlei Kritiken zu Filmen, Serien und Büchern. Zu diesem Zweck lese ich natürlich auch viele Kritiken, die von anderen Leuten stammen. Und gerade da machte ich bei dem Film "Star Trek - First Contact" eine ganz merkwürdige Entdeckung, die ich in dieser Form noch nie oder zumindest kaum zuvor erlebt hatte.

Ein Star Trek-Film "polarisiert"

Bei "Star Trek - Generations" habe ich bislang keinen gefunden, der absolut begeistert gewesen wäre. Die meisten Kritiken gingen in die Richtung "nette Szenen" oder "nette Abschnitte", aber ansonsten war die Grundhaltung eher negativ, allenfalls neutral. Kaum einer hielt den Film für komplett mißraten oder völlig unansehbar, genauso kenne ich bislang keinen Fan, der total begeistert war und gar nichts auszusetzen hatte.

Ganz anders bei "Star Trek - First Contact". Da gehen die Meinungen massiv auseinander. Für die einen ist der Film der beste aller "Star Trek"-Filme, andere sehen in dem Film den ersten Vorboten für den Untergang des "Star Trek"-Kults. Und nun zu meiner merkwürdigen Entdeckung. Denn noch nie zuvor war es mir passiert, daß ich sowohl Verriß als auch Lob gleichermaßen gut nachvollziehen konnte.

"First Contact" ist ein Film, der eine Entscheidung erfordert. Es gibt schlicht keinen Mittelweg, und ich habe bislang auch so gut wie niemanden gefunden, der einen solchen Mittelweg beschritten hätte. Entweder man liebt diesen Film und ist total begeistert, oder man sieht in ihm eine vollkommen mißratene und unlogische Abkehr von den TNG-Qualitäten.

Ich bekenne hier ganz ohne Zögern, daß ich zur ersten Gruppe gehöre! Mir gefällt der Film! Ich halte ihn für den bislang besten "Star Trek"-Film. Und das, obwohl ich zugeben muß, daß rein logisch betrachtet mehr Argumente gegen als für den Film zu sprechen scheinen.

Picards Rachemotiv

Es stimmt. Picard ist hier ungewöhnlich emotional. Es stimmt, daß das Auftauchen der Borgqueen nur schwer mit dem, was man bislang über die Borg wußte, in Einklang zu bringen ist. Es ist wahr, daß der Showdown mit seiner Problemlösung durch Gewalt im "Terminator"-Stil untypisch für Star Trek ist. Ich gebe zu, daß ich die neue Enterprise E gelinde gesagt sehr gewöhnungsbedürftig finde. Es ist richtig, daß einige Horror-Effekte so überflüssig wie ein Kropf waren. Trotzdem halte ich "Star Trek - First Contact" für einen ganz bemerkenswerten Film.

Warum? Weil der Film das erfüllt, worauf es bei jedem Film ankommt: Es ist spannend, und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Er fesselt. Und zwar fesselt der Film im Gegensatz zu manch anderem Film (ich denke da insbesondere an einen recht erfolgreichen SF-Film, den ich hier wohl nicht groß zu nennen brauche) auch dann, wenn mal gerade nicht irgendwas in die Luft fliegt, sondern allein der Dialog die Szene beherrscht. Der Film hat durch die Bank fabelhafte Darsteller. Er hat geistreiche Dialoge. Er verfügt über teilweise umwerfend komischen Humor. UND er ist technisch brillant.

Patrick Stewarts Darstellung von Picard erreichte hier einen neuen Höhepunkt. Durch sein ungewöhnliches Verhalten wurde die Figur des Picard nicht zerstört, sie wurde eher gefestigt.

Picard entwickelte sich in der Serie schnell zur Verkörperung der absoluten Moral und Ethik. Aus diesem Grund durfte er sich kaum Gefühle erlauben. In der Serie wirkte er oft als reiner Intellekt, stets seiner Tugend und Pflicht unterworfen und infolge dessen "bigger than life" und "bigger than mankind". Das machte seine Figur so unantastbar. Die Folge: Menschliche Bedürfnisse scheinen fast nicht zu Picard zu passen, sie wirken im Zusammenhang mit seiner Figur seltsam banal. In manchen Augenblicken erscheint Picard dadurch nahezu "geschlechtslos".

Die ständige Bürde der Unfehlbarkeit und der von ihm angestrebte Genialität (die bereits im TNG-Pilotfilm zur Sprache kam) machen Picard zu einer fast tragischen, in jedem Falle aber sehr einsamen Figur. Es dauerte sieben Jahre, bis er sich aufraffte und mit seinen Untergebenen Poker spielte. Seine Liebesbeziehungen, so selten sie ohnehin vorkamen, waren allesamt zum Scheitern verurteilt. Seine Beziehung zu Vash wagte er noch nicht einmal jemanden an Bord zu erzählen. Seine Liebe zu Nella Daren konnte nicht aufrecht erhalten werden, Picard wurde durch diese Beziehung zu angreifbar, zu menschlich. Picard lief Gefahr, einen Teil seines Grundsatzes, nie aufgrund irgendwelcher Eigeninteressen unsittlich oder emotional zu handeln, zu verlieren. Also mußte er sich von Daren trennen.

Umso tragischer und für uns Zuschauer fast unerträglich wird es, wenn äußere Umstände Picard dazu zwingen, die ihm selbst auferlegte Disziplin abzustreifen und sein Innerstes schmerzhaft herauszuschreien. Derartige Momente gab es in der Serie selten, aber es gab sie, man denke nur an "Family" (dt.: Familienbegegnung) oder "Chain of Command" (dt.: Geheime Mission auf Seltris).

In "Star Trek - First Contact" erfährt Picard und seine von ihm selbst mehr als alles andere angestrebte absolute Integrität die schlimmste Demütigung. Lily deckt sein Rachemotiv auf und Picards tief verborgener und noch immer präsenter Schmerz über seine Erfahrungen mit den Borg kommt an die Oberfläche. Der Dialog mit Lily im Bereitschaftsraum (Konferenzraum?) war sozusagen die Schlüsselszene, und sie war großartig geschrieben und gespielt.

Alfre Woodard

So war bei aller Action und bei allem Humor der packende Höhepunkt des Films, als Lily versucht, Picard davon zu überzeugen, daß er die Enterprise aufgeben muß. Patrick Stewart zeigte hier wieder einmal und überzeugender denn je einen der wenigen Momente aus Picards Leben, in denen die Maske des überlegenen Captains fällt und der dahinter verborgene Mensch zum Ausdruck kommt.

Hier konnte auch die hochbegabte Lily-Darstellerin Alfre Woodard überzeugen. Sie verkörperte die Lily-Figur wirklich meisterhaft und war eine ideale Partnerin für Patrick Stewart, der hier, im Gegensatz zu "Star Trek - Generations", endlich wieder zeigen konnte, was alles in ihm steckt. Einer der eindrucksvollsten Momente war, als Lily eines der zerbrochenen Raumschiffmodelle in die Hand nimmt und meint: "You broke your little ships." Alfre Woodard schaffte es, in diesen einzigen Satz eine ganze Palette von Gefühlen und Ausdrücken zu legen, unter anderem Bedauern, Resignation und auch ein wenig Spott. Mehr Dialog war hier nicht notwendig, und es war nicht der Satz "You broke your little ships", es war die Art, WIE sie es sagte und wie sie Picard dabei ansah. Eine tolle Szene, mit der "Star Trek" aufs Neue bewiesen hat, daß SF nicht auf Effekte und flache Action reduziert sein muß. SF braucht sich in Sachen Darsteller und Dialog keinem anspruchsvollerem Mainstream-Film unterordnen. Gute SF hört nicht da auf, wo gute Mainstream-Unterhaltung anfängt. Im Gegenteil. Gute SF beginnt da, wo gute Mainstream-Unterhaltung aufhört!

Spezialeffekte

Das soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, daß "Star Trek - First Contact" nicht auch wegen seiner Spezialeffekte sehenwert wäre. Die Effekte waren nicht nur erstklassig, man bekam auch einiges zu sehen, das man so im Kino noch nicht erlebt hatte. Man denke nur an die lange Kamerafahrt im Borgschiff, den "Spaziergang" von Picard, Worf und Lt. Hawk über die Enterprise, das "Zusammensetzen" des Kopfes der Borgqueen mit dem Rumpf und den Start der vielen Rettungskapseln. Die Actionszenen wirkten professionell und man merkte, wie engagiert Jonathan Frakes hier zu Werke ging. Da ich schon immer eine gewisse Parallele zwischen den Borg und den Zombie-Figuren in Horrorfilmen sah, finde ich es logisch und richtig, daß die Horrorelemente hier noch vertieft wurden. Einige plumpe Schock- und Ekeleffekte halte ich zwar für billig und daher überflüssig, aber die bedrohliche Atmosphäre der assimilierten Decks und das grausame Schicksal der zu Borg umgewandelten Besatzung wurde hier besser als jemals zuvor in der Serie hervorgehoben.

Humor

Das wohl schwierigste Element im Filmgeschäft ist Humor. Das sieht man insbesondere, wenn man sich die Konkurrenz-SF ansieht, die nicht selten zwischen phanstasielosem Ernst und infantilem Geschwätz herumtaumelt. Jeder Trottel kann mit der richtigen Effekte-Crew ein paar beeindruckende Raumschlachten oder Explosionen auf die Leinwand zaubern. Wenn es aber um anspruchvollen Dialog und treffenden Humor geht kann auch das größte Budget nichts retten. Dann zeigt sich, ob die Autoren eines Films was auf dem Kasten haben. Und Ron Moore und Brannon Braga HABEN was auf dem Kasten. Der Humor in "Star Trek - First Contact" war teilweise zum Schreien komisch, und als ich im Kino war, brüllte das Publikum hin und wieder so laut vor Lachen, daß man vereinzelte Dialoge gar nicht mehr hören könnte. Ich denke da zum Beispiel an das überraschende Auftauchen des Holodocs, Datas "Greetings" und den Start der Phönix mit lauter Rock'n'Roll-Musik.

Ein Picard-Film

"Star Trek - First Contact" macht kein Geheimnis daraus, daß es sich hier um einen Picard-Film handelt. Patrick Stewart stand in diesem Streifen mehr im Mittelpunkt als William Shatner in auch nur einem der sieben vorangegagenen "Star Trek"-Filme. Während aber genau das William Shatner immer wieder vorgeworfen wurde, wird dieser Umstand bei Patrick Stewart von nahezu allen Fans ganz offenbar begrüßt. Das liegt mit Sicherheit an der großen Beliebtheit von Picard. Und es liegt natürlich auch daran, daß die anderen TNG-Figuren, abgesehen von der bedauernswerten Gates McFadden, keineswegs zu kurz kamen.

Weitere Handlungsplots

Der Handlungsplot um Data war nicht weniger fesselnd und interessant als Picards Erlebnisse. Die Dialoge zwischen Data und der Borgqueen knisterten vor Spannung und Erotik, und obwohl beide mit sehr sanften Stimmen sprachen, spürte man die Grausamkeit und den Horror, der in der Luft lag. Datas Menschwerdung wurde hier einen Schritt weitergetrieben, und die Autoren widmeten sich bei dieser Gelegenheit gleich dem (biblischen?) Motiv der fleischlichen Versuchung, der Data widerstehen muß. Data, das Symbol der absoluten und fast kindlichen Unschuld, erhält von der diabolischen Borgqueen ein Geschenk. Es ist eine menschliche Haut, die Data verletzlicher macht als je zuvor. Eine interessante Geschichte, die mit so begabten Darstellern wie Brent Spiner und Alice Krige nicht schiefgehen konnte. Das plötzliche Auftauchen der zuvor nie erwähnten Borgqueen ist zwar nur mit sehr viele Mühe und gutem Willen mit der Serie in Einklang zu bringen, aber diese Szenen waren es schlicht wert. Als die Borgqueen mit ihrem eisigen Atem über Datas Haut bläst und sich dort die Poren aufrichten, konnte man den Schauer, den Brent Spiner durch einen vorzüglich gespielten Stöhnlaut betonte, regelrecht am eigenen Leib spüren. Bei so faszinierenden Szenen verzeiht man schon so manche Widersprüchlichkeit, die sich zugegebenermaßen nur mit Mühe wegdiskutieren läßt.

Der Handlungsplot um Riker und Troi, die Cochrane helfen müssen, konnte am wenigsten überzeugen. Hier gab es "nur" einige sehr humorvolle Szenen. Leider war aber gerade die Cochrane-Figur doch zu klischeehaft ausgearbeitet, als daß sein "Dilemma" wirklich fesselnd gewesen wäre. Enttäuschend war auch Cochranes Basis. Anstatt einer aufwendigen Endzeitkulisse bekam man hier nur ein paar Zelte zu sehen. Es ist zwar bewundernswert, was für sehenswerte SF-Filme die Macher von "Star Trek" aus einem für eine Kinoproduktion schlicht lächerlichen Budget zaubern, aber Cochranes Basis war leider die allzu sichtbare, wenn auch einzige Folge dieses zu geringen Budgets, das ruhig noch ein paar Millionen höher hätte sein können.

Die betrunkene Deanna wirkte auch ein wenig aufgesetzt. Höhepunkt im Zusammenhang mit den Cochrane-Szenen war wohl der Überraschungsauftritt von Dwight Schultz als Barclay, der allerdings in dem Kino, in dem ich war, längst nicht eine solche Begeisterung auslöste wie Robert Picardo als Holodoc.

Der schwächste Abschnitt des Films ist sicher der Showdown. Picard verwandelt sich in eine Art Bruce Willis und die Borgqueen (deren erster Auftritt mich übrigens an den Disneyland-Michael Jackson-Film "Captain Eo" erinnerte) stirbt den Terminator-Tod. Das war sicher ein Zugeständnis an das Mainstream-Kino und nach so vielen geistreichen Kabinettstückchen sicher kein Grund, den Film niederzumachen. Trotzdem wäre mir eine weniger auf Gewalt als und mehr auf einem intellektuellen Einfall basierende Lösung lieber gewesen.

Enterprise E

Den größten Stimmungswechsel verursachte die neue Enterprise. Die Enteprise E erinnert nur noch wenig an die luxuriöse Enterpise D. Sie wirkt klein, dunkel und längst nicht so wohnlich. Das ist schade, denn gerade die Wohnlichkeit der D-Enterprise gab "Star Trek - The Next Generation" seine besondere Note. Auch ist das Außendesign der neuen Enterprise recht gewöhnungsbedürftig, ich habe den Eindruck, als hätten die Designer hier nicht die gleiche Sorgfalt aufgewendet wie beim Ausarbeiten der Enterprise D oder der Voyager. Die etwas düstere Atmosphäre (ein Trend, der bei den Filmen bereits mit "Star Trek VI" begonnen hatte) war hier insbesondere deswegen unglücklich, weil dadurch der Kontrast der assimilierten Decks zur Brücke der Enterprise recht gering war. Viele Fans bedauerten, daß die Enterprise E so unspektakulär eingeführt wurde. Hier muß man aber anmerken, daß "Star Trek" schon immer dem "Shortstory"-Stil folgte, auf den besonders Roddenberry stets großen Wert legte. Shortstory-Stil heißt, daß eine Story möglichst ohne Einleitung und Epilog auskommen und am besten mitten im Geschehen beginnen und mitten im Geschehen enden soll.

Technisch

"Star Trek - First Contact" ist ein wirklich bemerkenswerter "Star Trek"-Film, an dem sowohl Fans als auch Nicht-Fans ihren Spaß haben können. Jonathan Frakes' Regie war gekonnt und kinogerecht. Seine Actionszenen hatten ein Tempo, das der großen Leinwand angemessen war. Wie schon in der Serie übertrieb Frakes es hier nach meinem Geschmack wieder ein wenig mit dem Einsatz von Handkameras. Jerry Goldsmiths Soundtrack hat mich nicht umgehauen, er war aber solide und mitreißend und erfüllte somit seinen Zweck.

Deutsche Version

Zur deutschen Version ist sagen: Daß Riker und Geordi neuen Stimmen bekamen, ist mehr als bedauerlich. Riker hatte dann auch noch die deutsche Tom Paris Stimme (Thomas Vogt), was nun wirklich eine unglückliche Wahl war. Der neue Geordi-Sprecher war Bernd Vollbrecht, der die Sinclair-Figur der SF-Serie "Babylon 5" synchronisierte. Wegen der neuen Stimmen war ich fast froh, daß die beiden nur wenige Szenen hatten. Ansonsten kann man mit der Synchro mehr als zufrieden sein. Wie gut die Übersetzung letztlich war zeigte sich besonders bei den einfühlsam und intelligent übersetzten Gags, die in der deutschen Fassung glücklicherweise nicht verloren gingen. Ich denke da vor allem an Datas "Greetings" (Ich grüße Sie), an Deannas "Would you three like to be alone" (Darf ich die holde Dreisamkeit stören) und Cochranes "I'll go to take a leak" (Ich muß mal schiffen). Der Satz mit "You are some kind of astronauts on some kind of star trek" wurde zwar irreführend übersetzt (im Deutschen klang es so, als bezöge sich Cochrane tatsächlich auf die TV-Serie "Star Trek"), mir würde hier aber offen gesagt auch keine bessere Übersetzung einfallen. Picard-Sprecher Rolf Schult, den ich, Ernst Meincke-Fans mögen es mir verzeihen, immer noch für den besseren da ausdrucksstärkeren Picard-Sprecher halte, gab sich hier erkennbar mehr Mühe als in der ZDF-Serien-Synchro. Auch das Borg-Kollektiv sprach mit dem richtigen baßbetonten Surround-Sound und die Borgqueen war mit der deutschen Kathleen Turner-Stimme (Traudel Haas) absolut treffend besetzt. Ein paar kleinere Schnitzer (zum Beispiel wurde jetzt plötzlich "Starfleet" mit "Raumflotte" übersetzt, unglücklich fand ich auch, daß die Borgqueen Data bei ihrer "Verführung" siezte) fallen da wirklich nicht so sehr ins Gewicht.

Fazit

Eine optimalere Mischung aus Spannung, Humor und vor allem Tiefgang kann ich mir nur schwer vorstellen. Für mich ist "Star Trek - First Contact" der bisher beste "Star Trek"-Film. Bislang sah ich die "Star Trek"-Filme als mehr oder weniger mittelmäßige Filme an, die auf erstklassigen Serien basierten. "Star Trek - First Contact" ist der erste "Star Trek"-Film, der es wirklich schaffte, seinem Vorgänger, einer erstklassigen SF-Serie, gerecht zu werden. Man kann nur hoffen, daß sich dieser Film nicht als einmaliger Ausrutscher erweist. Auf den nächsten Film darf man jedenfalls mehr als gespannt sein.

 
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