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Forest remember
18.02.1996 - 20.09.2004
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Auf dieser Seite geht es um unseren verstorbenen Hund "Forest". Es sind in paar kleine Geschichten aus seinem Leben mit Bildern. Geschichten, die ich selbst nicht vergessen möchte.
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Wir bekamen ihn als Welpe aus dem Tierheim, er war dort geboren. Man hätte nicht erraten können, dass er ein Schäferhundmischling werden sollte, die umgeknickten Ohren fand ich immer sehr komisch. Nur seine Riesen großen Tatzen, deuteten schon darauf hin, dass er ein ganz Großer werden sollte.
Die ersten Monate vergingen recht schnell und schon nach einem halben Jahr war Forest schon ordentlich gewachsen. Den Namen Forest bekam er von mir, an Anlehnung an meinen Lieblingsfilm Forrest Gump.
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Auch wenn dieser Forrest mit doppel R geschrieben wird, fand ich das "Wald" besser zu ihm passt. Sein späteres stolzieren wie ein Wolf auf der Jagd, bekräftigte mich darin.
In den ersten beiden Lebensjahren war ein manchmal etwas übermütiger Hund, der nie eine Pause brauchte, wie junge Hunde eben so sind, er war allerdings nie aggressiv.
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Leider änderte sich das, er musste sich irgendwie beweisen, zeigen dass er der Chef auf dem Hof ist, eine dominante Rolle spielen.
Er hat zweimal meinen Neffen gebissen, ohne dass er etwas dafür konnte. Chrissy ist zum Glück nicht viel körperlich passiert. Danach hat Forest kaum noch Kinder in seiner Nähe geduldet er knurrte alle an und verkroch sich dann meistens in seiner Hütte. Das war eine sehr schwierige Zeit für uns. Wir waren sogar kurz davor, ihn ins Tierheim zu bringen, doch entschieden wir anders. Meine Eltern ließen ein riesiges Eisentor im Hof aufstellen, das von nun an unsern Hof sicher teilte. Jetzt hatte Forest einen etwas größeren Bereich und musste nicht im Zwinger bleiben, wenn Kinder da waren.
Dann habe ich ihm versucht ein wenig Manieren beizubringen, wahrscheinlich zu spät, ich bin mit ihm zur Hundeschule gegangen. Aber länger als ein Jahr habe ich da nicht durchgehalten.
So vergingen halt die Jahre, aber natürlich habe ich noch schöne und lustige Dinge mit ihm erlebt.
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Einmal z.B. ich war mit ihm spazieren, meistens wollte er nicht bei Fuß laufen und so schlich er ebbend mit dem Kopf voran durchs Gras und sämtliche Sträucher am Wegrand. An diesem Weg war ein Weidezaun aufgestellt, doch leider habe ich das zu spät mitbekommen. Er bekam über sein metallenes Halsband voll eine gewischt, als es am Weidezaun lang schliff. Er sprang jaulend mehrmals auf und ab, ehe er sich fragte woher wohl dieser Schmerz gekommen war (er winselte und jaulte immer noch),
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er schaute mich an, mich der ich immer noch das andere Ende seiner Leine in der Hand hielt. Im ersten Augenblick dachte ich, er wollte mich anspringen. Ich sagte "Forest ich war's nicht! Forest ich war's nicht", und er schien zu verstehen, dass ich nichts damit zu tun hatte. Ich streichelte und beruhigte ihn, da er übrigens immer noch winselte. Danach kam er nie wieder in die Nähe solcher Weidezäune.
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Allgemein gesehen war er an sich immer sehr aufgeregt, wenn es darum ging, spazieren zu gehen. Er braucht die Leine im Haus nur klappern zu hören, schon begann er wild zu quieken und zu bellen. Ein Krampf war es immer, ihm das Halsband anzulegen, nicht weil er es nicht wollte, sondern weil er sich so freute. Hatte er es endlich um, begann er immer heftig zu springen, sodass die ersten 50 Meter sich immer als äußerst schwierig erwiesen. Wenn er sich dann mal beruhigt hatte, kroch er
immer mit dem Kopf voran durch alle Hecken und machte sehr komische
Grunz-Geräusche.
Forest's
Qualitäten als Wachhund, waren unübertrefflich. Am Hoftor machte er
immer ein Spektakel, dass man vom Zuhören schon Angst bekam, da hatte
man ihn noch nicht gesehen. Es wird ja gesagt, Hunde die bellen, beißen
nicht, aber das habe ich bei diesem Hund immer bezweifelt.
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Eines Tages, niemand war bei uns zu Hause, schlich ein fremder Hund durch unseren Garten, wie auch immer der da hingekommen sein mag. Als er Forest bemerkte war es schon zu spät, kurz vorm Sprung über eine rettende Mauer hat Forest ihn erwischt. Erstmal wurde er ein bisschen rumgeschleudert, bis er sich dann ergab und auf den Rücken legte. Im Gegensatz zu Menschen lässt ein Hund in diesem Augenblick vom anderen ab. So natürlich auch Forest, er setzte sich ein paar Meter entfernt hin und beobachtete ihn. Als der fremde Hund sich bewegte und die Flucht ergreifen wollte stürmte Forest wieder auf ihn los, bis dieser sich wieder auf den Rücken legte. Dieses Schauspiel (Versuchen wegzulaufen, wieder auf den Rücken legen) wäre wohl noch ewig so weiter gegangen, hätte unser Nachbar, der alles beobachtete hatte, nicht nach 30 Minuten abgebrochen und Forest in den Hof gesperrt, sodass der fremde Hund für immer verschwinden konnte. Ähnlich erging es auch einer fremden Katze, die sich auf einen Baum in unserem Garten gerettet hatte. Forest belagerte diesen Baum mehr als 4 Stunden, ehe mein Vater ihn mit in den Hof nahm und die Katze verschwinden konnte.
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Wie viele Hunde, hatte auch unserer ein paar ganz schöne Macken, welche auch mit zunehmenden Alter nicht völlig verschwanden. So drehte Forest völlig frei, wenn mein Vater Kaninchen fütterte, oder irgendwelche elektrische Maschinen anwarf. Er bellte so laut er konnte und rannte wild umher. Das war eigentlich das Harmloseste, er begann dann meistens an Zaunslatten, Toren und Ähnlichen rumzuzerren und rumzubeißen.
Besonders hatte er es auf einen Apfelbaum in unserem Garten abgesehen,
dem er fast die ganze Rinde abbiss, auch die in 2 Meter Höhe. Um den
Baum zu retten, ummantelte ihn mein Vater mit Drahtzaun.
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Auch ein sehr großer Freund unserer Hühner war er nicht wirklich. Einmal nutzte er eine Unachtsamkeit meinerseits aus, um sich nachts mit mir in den Hühnergatter zu begeben. Normalerweise sind gegen 23 Uhr alle Hühner in ihrem Stall, in diesem Fall auch, alle bis auf eine. Forest hatte sie in Windeseile gefangen und war mit ihr in der Dunkelheit verschwunden. Nach 20 Minuten hatte ich die beiden gefunden, es dauerte aber noch mal 20 Minuten, bis ich die Henne aus den Klauen unseres Hundes wieder befreit hatte. Er hatte sie nicht umgebracht nur ein bisschen mit ihr gespielt. Für die Henne waren es trotzdem die schlimmsten 40 Minuten ihres Lebens. Zwei mal allerdings lief es nicht so glimpflich ab, 2 tote Hennen die Folge. Forest der Hühnerschrecker.
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So vergingen die Jahre und das Alter begann schon etwas an ihm zu nagen. Seine Augen wurden schwächer als er 5 war. Eine Art grauer Star, das bereitete ihm aber keine so großen Schwierigkeiten. Er musste jetzt nur ein wenig länger nach dem Stöckchen suchen, er sah halt nicht mehr so genau, wo hin es flog. Irgendetwas werfen, sodass er es wieder Hohlen musste, kann man als sein absolutes Lieblingsspiel beschreiben.
Ich habe es niemals durchgehalten, bis er mal keine Lust mehr hatte.
Naja zurück zu seinen Augen, die ihm Dinge in unmittelbarer Nähe nicht
mehr richtig zeigen wollten. Dadurch kam es hin und wieder vor, dass er
ein Tor oder die Schubkarre übersah und direkt davor lief. Dabei hat er
sich aber nie was getan, bis auf einmal als er in den Balkenmäher
meines Vaters lief, aber nach ein paar Wochen waren die
Schnittverletzungen wieder verheilt.
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Als er 7 war, bemerkten wir eine komische Erweiterung unter seinem Schwanz, der dä.... Tierarzt beruhigte uns es währe wohl nur eine gereizte Drüse. Forest schien das auch nicht zu stören. Ein Jahr später kam dann heraus, dass es Prostata Krebs war. Auch hier entgegnete uns der dä.... Tierarzt, dass er damit auch noch 2 - 3 Jahre Leben kann, wir uns also nicht wirklich Sorgen machen sollten. Natürlich waren wir hier wohl etwas blauäugig, im Nachhinein ist man immer schlauer.
Forest ist an einem ganz frühen Montagmorgen gestorben. Die 12 Stunden davor waren denke ich die Einzigen, in denen er sich wirklich gequält hat. Denn am Sonntagmorgen ging es ihn noch wirklich gut. Als ich ihn gegen 21 Uhr verließ, er seinen Kopf nicht mehr richtig heben konnte und vor Schmerzen zitterte, wusste ich, dass es das letzte Mal sein würde, dass er meine Stimme hörte und ich ihn so sah.
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Wir haben ihn am sehr sonnigen Montagnachmittag begraben, gleich hinter unserem Haus in der Nähe unserer Terrasse, sodass er uns immer hören kann.
Wir vermissen ihn, ich vermisse ihn. Es tut weh, auch heute noch, unser Hof ist so scheiß lehr und ruhig. Wenn ich am Wochenende nach Hause komme, ist da kein Forest, um mich zu begrüßen.
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Doch möchte ich ihm Danken für die schöne Zeit, die wir gemeinsam verbringen durften. (Ich habe Tränen in den Augen, während ich das schreibe.) Und eines Tages, so Gott will, werden wir wieder zusammen über die Felder laufen.
T.K. im Oktober 2004
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